Im Repair-Café der AWO wird Altes repariert – wie dieser Staubsauger.
Im Repair-Café der AWO wird Altes repariert – wie dieser Staubsauger. Foto: Zeyer/

Reparieren statt wegwerfen

Die Kaffeemaschine will nicht mehr so recht, und der Akku des Smartphones schwächelt bedenklich. Da liegt es natürlich gerade vor Weihnachten auf der Hand, sich ein neues Gerät zu kaufen oder – noch besser – schenken zu lassen. Doch bei manch einem meldet sich dann das schlechte Gewissen: Soll man das gute Stück nicht doch besser reparieren lassen? Dass sich das meist wirtschaftlich wie ökologisch lohnt, hat jetzt das Ökoinstitut in einer entsprechenden Studie für die Verbraucherzentrale Bundesverband nachgewiesen.

Das Fazit der Analyse mit dem etwas sperrigen Titel „Ökonomische und ökologische Auswirkungen einer Verlängerung der Nutzungsdauer von elektrischen und elektronischen Geräten“ lautet: „Würden alle Waschmaschinen, Fernseher, Notebooks und Smartphones in Deutschland länger als heute genutzt, könnten die Verbraucherinnen und Verbraucher zusammen bis zu 3,7 Milliarden Euro pro Jahr und fast vier Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase einsparen. Das entspricht in etwa der Menge Treibhausgase, die 1,85 Millionen Pkw im Jahr durchschnittlich emittieren.“

Das Ökoinstitut wartet auch mit konkreten Zahlen auf. Wird ein Fernseher 13 statt sechs Jahre genutzt, spart das 660 Kilo Treibhausgase. Bei einem Notebook sind es 200 Kilo bei einem Einsatz von zehn statt fünf Jahren. Und bei einem Smartphone sind es immerhin noch 100 Kilo, wenn es sieben statt zweieinhalb Jahre lang genutzt wird.

Doch gerade beim Smartphone wird deutlich, wie schwierig eine längere Nutzungsdauer ist. Da ist zum einen der Aspekt, dass es ziemlich schnell veraltet und dann neue Funktionen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich sind. Zum anderen lassen sich die Geräte immer schlechter reparieren, was offenkundig von den Herstellern so gewollt ist.

Die Stiftung Warentest hat im aktuellen Dezemberheft die Reparaturfreundlichkeit von neun Smartphones und vier Tablets getestet. Das Fazit formulieren die Tester sehr anschaulich: „Mission: Nahezu impossible“. Nur um ein defektes Display zu wechseln, bedarf es zum Beispiel bei Apples iPhone 11 acht verschiedener Werkzeuge und jeder Menge Know-how. Das Problem: Die meisten Geräte sind verklebt. Das bedeutet, dass die Klebeverbindung meist mit einer Heißluftpistole oder einem speziellen Wärmekissen erhitzt werden muss, damit sie gelöst werden kann. Eine heikle Aufgabe, weil die Elektronik im Gerät nicht zu warm werden darf. Und beim Surface-Tablet von Microsoft etwa konnten die Warentester den verklebten Akku nur austauschen, nachdem sie den Kleber mit einem chemischen Lösemittel behandelt hatten.

Demzufolge ist die Reparaturfreundlichkeit bei acht Smartphones gerade mal „ausreichend“, bei zwei Tablets sogar nur „mangelhaft“. Allein das Fairphone 3 glänzt mit „sehr gut“. Dort kann man das Display mithilfe eines mitgelieferten Schraubendrehers problemlos selbst wechseln. Dafür schwächelt dieses Smartphone beim Regentest – es entpuppt sich als wasserscheu. Im gesamten Test schnitt das Fairphone 3+ „befriedigend“ ab.